Schwarznuss - Juglans nigra L.
Volkstümliche Bezeichnung
"Boulevardsness"(luxemburgischer Name), Noyer Noir, American Black Walnut oder die Schwarznuss. (Juglans nigra) gehört zur Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae).
Faustnuss (wegen der harten Schale)
Botanik
Die Schwarznuss ist ein hoher, bis zu 50 m hoher Baum.
Sie kann bis zu 250 Jahre alt werden und ist ein sehr gutes Bienennährgehölz. Sie ist ein wichtiger Pollenlieferant. Die Walnuss wird generell vom Wind bestäubt und ist somit nicht wie die Schwarznuss auf Insekten als Bestäuber angewiesen. Krähen, Eichhörnchen, Mäuse und Siebenschläfer verbreiten die Früchte. Eichhörnchen verscharren gelegentlich die Walnüsse im Erdreich. Da diese Vorratskammer jedoch nicht immer geleert wird, kommt es für die Bäume zu einer ausreichenden Verbreitung.
Die tiefgefurchte Rinde der Schwarznuss ist grau-schwarz, dick und hart.
Die typisch langen Stämme der Schwarznuss liefern ein wertvolles Holz. Das Holz von J. nigra riecht strenger und soll um einiges weicher sein als die heimischen Sorten.
Die Blätter sind 30-40 cm lang und im Gegensatz zur echten Walnuss, deren Blätter unpaarig gefiedert sind, sind die Blätter der Schwarznuss paarig gefiedert. Die Blätter der Walnuss sind mit 40-60 cm auch wesentlich länger als bei J. nigra. Das Endfiederblatt ist auch deutlich größer als die anderen. Bei der Schwarznuss fehlt das Endfiederblatt.
Die männlichen Blüten stehen in bis zu 15cm lange hängenden Kätzchen. Sie öffnen sich im April/Mai. Die unauffälligen weiblichen Blüten erscheinen erst beim Austreiben der Blätter an den neuen Jahrestrieben. Im Herbst zeigt die Schwarznuss eine wunderschöne Gelbfärbung der Blätter.
Verbreitung
J. nigra wächst vor allem im östlichen Nordamerika sowie in Texas. In Europa wird sie als Zierbaum oder als Unterlage für veredelte Walnussbäume verwendet. In ihrer Heimat kommt die Schwarznuss jedoch nie in großen Beständen vor. Häufig ist sie aber in Mischwäldern, feuchten Auenböden oder Uferbereichen anzutreffen. Um 1900 wurden Schwarznussbäume in den Rhein und Donauwäldern angesiedelt, wo sie heute in beachtlichen Beständen wachsen. Sie mögen feuchte und gut drainierte Böden, weshalb man sie auch häufig an Flüsse findet. Auch in den Tälern der Appalachen trifft man J. nigra. Ihr natürliches Vorkommen reicht westlich von West-Vermont und Massachusetts über New-York bis nach Süd-Ontario, Süd -Minnesota, Zentral- Michigan, dem östlichen South Dakota und dem nordöstlichen Nebraska. Aber auch im Mississippi Tal und des Deltas kommt sie östlich vor bis zu Nordwest Florida.
Verwendete Pflanzenteile
Nüsse, unreife Nüsse, Nussschale, Blätter, Rinde
Inhaltsstoffe
Die Schwarznuss enthält, Gerbstoffe, Polyphenole, Tannine, Bitterstoffe, Flavonoide, Naphthochinonfarbstoffe wie Juglon und Hydrojuglon-Glykosid., Ätherische Öle, Fettsäuren und Alkane.
Wirkungen
Der Wirkstoff Juglon verhindert das Wachstum anderer Bäume der Umgebung .So sollen Apfelbäume in Nachbarschaft von Nussbäumen nicht gut gedeihen. Auch Tomaten sollte man nicht in Ihrer Nahe kultivieren. Juglon wird botanisch als allelopathische Substanz bezeichnet, die am Naturstandort den Aufwuchs anderer Gehölze, bzw. Pflanzen im unmittelbaren Umfeld der Bäume fernhalten sollen. Auch bewirkt es die Schwarzfärbung der absterbenden Pflanzenorgane und hat eine phytotoxische Wirkung, die selbst für Pilze und Fische giftig ist.
Verwendung
Extrakte der Rinde und grünen Nussschalen des Schwarznussbaumes enthalten weitaus mehr Gerbstoffe als die Walnuss. Es heißt, sie wirken gegen Bandwürmer und Verstopfung.
Aber auch zur äußerlichen Anwendung wurden sie benutzt gegen Herpes, Schuppenflechte oder Pilzerkrankungen. Bei Lepra wurde das Öl aus reifen Samen großflächig auf die Wunde getan.
Aus Schwarznüssen wurden Kuchen, Plätzchen und sogar ein Schwarznusseis hergestellt. Ebenfalls ein Speiseöl, welches jedoch sehr schnell ranzig wurde. Wegen seiner dunklen Farbe ist das Schwarznussholz ein sehr beliebtes Holz für Möbel, Fußböden und sogar zur Herstellung von Särgen. Es lässt sich sehr gut verarbeiten, da es weniger schrumpft und quillt als andere Holzarten. Es ist ideal auch zum Schnitzen oder für Drechselarbeiten, und lässt sich auch wunderbar schleifen und polieren. Im letzten Krieg wurden viele Bäume jedoch einfach gefällt, um aus dem Holz Gewehrschäfte herzustellen, vor allem jedoch aus J. regia.
Als Brech- und Abführmittel war ein Tee aus dem inneren der Rinde ein sehr beliebtes Heilmittel der Indianer. Bei Zahnschmerzen kaute man die Rinde. Im Pakistan wird Schwarznuss heute noch für die Herstellung von Zahnpasten verwendet. Auch zum Haare färben fand J. nigra Verwendung.
Gequetschte Nussschalen wurden früher zum Töten von Fischen im Fischfang
eingesetzt. Zudem sollen gemahlene Nussschalen als Antirutsch-Zusatz in Autoreifen dienen. Während des Zweiten Weltkrieges wurden Flugzeugkolben mit einem Nussschalen-Strahler gereinigt. Gemahlene Schalen werden auch zum Säubern der Düsentriebwerke benutzt oder als Zusätze im Spülschlamm für Erdölbohrungen, als Füllstoff in Dynamit, als Hochdruck Scheuermittel zur Farbablösung, als Filtermaterial für Schornstein Bürsten und als Bestandteil verschiedener Insektiziden.
Bekanntlich sind alle Walnussarten äußerst wirksam gegen Mikroorganismen, und werden bei Hautkrankheiten immer wieder als natürliche Behandlungsalternative ins Gespräch gebracht. Gerade die amerikanische Schwarznuss soll zur Darmreinigung von Parasiten gerne eingesetzt werden.
Literatur
" Kosmos Naturführer, Aichele/Schwegler: Welcher Baum ist das?
" Schmeil-Fitschen: Die Flora von Deutschland interaktiv, ISBN 3-494-01368-3
" Wolfgang Franke: Nutzpflanzenkunde, Georg Thieme-Verlag 6. Auflage (Wikipedia)
Text und Fotos: Anita Schweig-Bourg